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zu Bibliodrama

Roland Zitzmann/Andreas Mauser

aus technischen Gründen können hier keine Fußnoten wiedergegeben werden,

auf Wunsch teilen wir gerne die Quelle mit

 

Wir leben in einer Zeit, in der der Umgang mit der Bibel nicht mehr selbstverständlich ist. Trotzdem kann man bei den Menschen unserer Zeit eine Suche nach Spiritualität, nach Antworten auf existenzielle Fragen erkennen (Sekten, Ostreligionen usw.)

Bibliodrama versammelt Menschen zu einem Thema (und einen biblischen Text). Mit Hilfe des Textes wird die Wahrheit des Textes und die Wahrheit der Seele (Lebenswirklichkeit) zusammengeführt. Im Text gespeicherte Erfahrungen werden mit dem Heute in Verbindung gebracht. Das Bibliodrama kann Hinführung, Anstoß zur Ganzheit, Heilung, Versöhnung und Umkehr sein.

„Imagination ist Wirklichkeit“

 

„Verbindung von Wort und Tat“

 

„Die Geschichte lebt“

DAS Bibliodrama gibt es nicht, unter dieser Bezeichnung gibt es in der Praxis und in der Literatur verschiedene Ansätze, jeweils abhängig von der Persönlichkeit, der Qualifikation, dem Interesse, der religiösen Position und dem Umfeld des Bibliodramatikers.

Gegenwärtig stehen drei Ansätze im Vordergrund:

  • Die erste Richtung steht in der Tradition des Psychodramas und der nahestehenden Gestalttherapie/-pädagogik (Hier wird der Selbsterfahrungsaspekt am stärksten betont)
  • Eine zweite Richtung bevorzugt methodisch die Körperarbeit, in der die Selbsterfahrung zwar mitenthalten ist, aber in geringerem Maß reflektiert wird
  • Eine dritte Variante entwickelte sich aus der Spiel- und Theaterpädagogik

 

Heike Radeck beschreibt in ihrem Buch die Ansätze gegenwärtiger Bibliodramaarbeit wie folgt:

    a) Die „Mimesis“-Arbeit nach Samuel Laeuchli

    Samuel Laeuchli weist auf das Unfassbare der Texte, die schockierenden Aussagen über Gott, Mensch und Welt, auf die Brutalität und das Dunkel, die in ihnen zum Ausdruck kommen, hin und betont die Fortsetzung dieser Tragik bis in die gegenwärtige Welt hinein. Mimesis bedeutet eine Re-Inszenierung des Mythos, ein Versuch die Tradition gerade auch in den „Schattenseiten“ zu erfassen. In der Kombination von Ritual und Drama verscht er der Tragik der Traditionen zu begegnen; die Dunkelheit der Texte zu berühren, bedeutet in ihr Zentrum einzudringen

 

    b) Der leibhaftig-geistige Übungsweg nach Heidemarie Langer.

    Sie betont das Wechselspiel bei dem Zusammentreffen von Text und Teilnehmern. Es ist der biographische Erfahrungshorizont des einzelnen, der einen Zugang zum Text eröffnet. Von Seiten des Textes sind es die menschlichen Grundthemen, die etwas bewirken. Der Text bewegt Motive in uns, die so alt sind wie die Menschen selbst

     

    c) Die amplifikatorisch-biographische Textinterpretation nach Tim Schramm.

    Schramms bibliodramatischer Ansatz ist geprägt durch das Verfahren der themenzentrierten Interaktion (TZI). Konstitutiv für die Dynamik im Bibliodrama ist damit das (dynamische) Gleichgewicht zwischen dem Individuum, dem „wir“ der Gesamtgruppe und dem Thema (Text). Im Blick auf den Text heißt das Verlangsamung und das Aushalten der Spannung zwischen Nähe und Distanz (Der Text als fremder Gast, der in den Kreis der Teilnehmer tritt)

 

„Was auf der Bühne dargestellt wird ist lebendig und voller Atem, was man nur liest, ist bloß Gerippe...“

Nikolaus Avancini, Jesuit (1611-86)

 

“Leben ist Spiel”  Pfr. Matthias Schulz

 

“Das Leben ist die Summe von Rollen, die wir spielen” Pfr. Helmut Kreller

 

 

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